Yeah, jetzt sind wir also Fan of the Month auf der Website unserer Helden.

 

Wir, das sind die acht Musiker der Band "Souls on Fire" aus Bayern in Deutschland. Vielen Dank dafür an Klaus Boettger, der mich gebeten hat, die Geschichte der Southside Johnny Tribute Band zu erzählen. Dazu ein Blick zurück ans Ende der 70-er Jahre beziehungsweise den Anfang der 80-er. Schon damals versuchte ich mich an meiner E-Gitarre und handmade Rockmusik. Meine Freunde und ich saugten die legendären Rockpalast-Konzerte in der Essener Grugahalle auf. Jeweils die ganze Nacht saßen wir jungen Wilden vor der Glotze, leerten ein Fass Bier und bannten die Songs unserer Helden auf ein altes Tonband. Ich erinnere mich an die J. Geils Band, an Little Feat (Oh, du wunderbarer Lowell George!), ich denke an Johnny Winter, Rory Gallagher, Nils Lofgren, The Who, die Climax Blues Band oder auch an Little Steven and the Disciples of Soul . Und da war er plötzlich: Ein gewisser Southside Johnny, der wie ein wilder Derwisch über die Bühne fegte und Rückenwind von einer Bläsersektion bekam, die uns buchstäblich umhaute. La Bamba Rosenberg hieß dieser Typ, der seine Posaune geradezu malträtierte und die Songs mit seinem Stück Blech vor sich her trieb. Genial. Unglaublich. Ich glaube, der Gitarrist hieß damals Billy Rush und sein Solo bei "Fever" bescherte mir eine Gänsehaut. Jahre später verlor ich Mr. Johnny Lyon irgendwie aus den Augen. Doch das sollte sich ändern, als der Meister Anfang der 90-er Jahre mit seiner Better-Days-Scheibe auf Tour ging und nach München kam.

 

Zu diesem Zeitpunkt spielte ich in einer Cover-Band namens Safer Sax, die mit einer dreiköpfigen Bläsersektion versuchte, die Blues-Brothers mit den Leningrad Cowboys zu vermischen oder auch James Brown, Blood, Sweat & Tears und Tower of Power unter einen Hut zu bringen.

 

Wir standen jedenfalls in dieser Münchener Konzerthalle. Das Licht ging aus, ein feiner Trommelwirbel setzte ein und mündete in einem Raketenstart zum Opener Better Days, der uns die Ohren wegpustete. Mann, welche Kraft, welche Dynamik, welche Spielfreude! Wir waren aus dem Häuschen, kämpften uns bis direkt vor die Bühne, wo Southside Johnny den Bierbecher unseres Sängers vom Bühnenrand kickte und Bobbie Bandiera eindeutige Angebote der weiblichen Fans einsammelte. Coming Back, das war den Jukes zweifellos gelungen.

 

Von nun an krempelten wir unser Programm um und nahmen immer wieder SSJ-Stücke auf. Fast zehn Jahre ging das so, ehe unser Sänger das Handtuch warf. Der Mann hatte zwischenzeitlich eine eigene, kleine Brauerei aufgemacht und keine Zeit mehr für Musik. Irgendwie waren alle froh. Beruf und Familie ließen einfach kaum noch Spielraum. Wir hörten also auf, hängten die Instrumente an den Nagel. Aber nur für ein paar Monate.

 

"Talk to me, until the night is over", unter diesem Motto hatte unser Trompeter Ende 2002 zu einem Treffen eingeladen. In dieser Nacht hörten wir ausschließlich Southside-Scheiben durch, wurden von der Kraft der Musik magisch angezogen und schon war es vorbei mit dem musikalischen Rentnerdasein.

 

"Lasst uns eine Southside Johnny Tribute Band machen", hieß es nach einigen Stunden Musikhören und zwei Flaschen schottischem Whiskey. Der Name war schnell gefunden: Souls on Fire. Die brennenden Seelen konnten es also doch nicht lassen. Sechs Mitglieder der alten Band waren sofort dabei, die beiden restlichen schnell gefunden. Die hatten zwar bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts gehört von den Asbury Jukes, fingen aber schnell Feuer für eine schnörkellose Rockmusik mit viel Gefühl , Power und dem richtigen Schuss Blues und Soul.

 

Bei Southside Johnny denke ich sofort immer an Little Steven, an Bobbie Bandiera, an Bruce Springsteen. Wenn ich den Boss sehe (tolles Konzert letztes Jahr in München!!) oder höre, denke ich an Southside Johnny and the Asbury Jukes. Irgendwie gehören sie allesamt zu einer großen Familie.

 

Und genau dies ist auch das Ziel von Souls on Fire. Diese Band ist eine Ehrerbietung an den Asbury Sound. Unser kleiner Beitrag, Asbury Park nach Bayern zu holen. Und es ist fantastisch: Bei den Konzerten freuen sich einschlägig bekannte Fans, endlich mal wieder Stücke von SSJ zu hören, und jüngere fragen uns: Hey, woher kommt diese coole Musik? Keine Frage: Der Asbury Sound lebt und muss einfach weiter verbreitet werden.

 

Unser Traum: Einmal persönlich auf die Jukes zu treffen oder gar mal vor ihnen spielen zu dürfen. Wer weiß, vielleicht klappt es ja mal. Bis dahin hoffen wir, weiterhin so viel Spaß mit der unverbrauchten Musik des Meisters zu haben, der uns mindestens einmal die Woche alle Alltagssorgen vergessen lässt. Wer will, kann uns ja mal auf www.souls-on-fire.de besuchen und einen Eintrag im Gästebuch hinterlassen. Wir würden uns freuen. Vielleicht sehen wir uns ja mal auf einem Konzert. Bis dahin keep the fire burning!!

 

Robert Edler

 

Im Namen von Souls on Fire - deep from the heart of Bavaria!

Robert Edler, Erwin Fraunhofer, Robert Oberacher, Wolle Fent, Christoph Kraushaar, Bernd Obst, Rudi Spann, Paul Golling

 
 

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